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Vorstellung der Arbeit der Tierphysiotherapeutin Nora Schönfeld
Vorgeschichte:
Die Stute „Donna Lea" ist am 02.03.1999 geboren und seit 4 ½ Jahren in den Händen der Besitzerin. Sie genießt sehr gute Haltungsbedingungen und hat das ganz Jahr über täglichen Weidegang in einer gemischten Herde.
Die Besitzerin der Stute wusste bis zu dem Unfall nichts von der Existenz mehrerer Hengste in der unmittelbaren Nachbarschaft der Weide.
Die Nachbar-Hengste fanden großes Interesse an der rossigen Stute, welche beim Kontakt mit den Hengsten mit dem linken Hinterbein hinter die untere Litze des Elektrozauns geriet und sich infolge anschließender Befreiungsversuche durch die Kordel eine massive Verletzung am Tarsus beibrachte.
Der hinzu gerufene Haustierarzt entschied verantwortungsvoll, eine solch komplizierte Verletzung nicht auf der unsterilen Stallgasse zu nähen, sondern dass die Stute in eine Klinik gebracht werden sollte.
Nach den Voruntersuchungen in der Klinik wurde die Stute unter Vollnarkose operiert und eine Wundrevision vorgenommen. Hierbei wurde die Wunde in zwei Schichten aufgefrischt und vernäht.
Nach dem Fäden ziehen einige Tage später lagen die Wundränder auf 1-2 mm adaptiert aneinander. Nachdem das Pferd aus der Klinik abgeholt worden war, fiel auf, dass am Verband an der Stelle der Wunde Blut durchgesickert war, wie im Bild zu sehen ist.
Nach Abnahme des Verbandes zusammen mit dem Haustierarzt im heimatlichen Stall stellte sich heraus, dass die Wunde sich wieder geöffnet hatte.
Diese „Komplikation" ließ bereits erahnen, dass die Verletzung nun nicht in kurzer Zeit verheilt und auskuriert sein würde.
Physiotherapeutische Behandlung:
Bereits während des Klinkaufenthalts des Pferdes wurde drei Mal Magnetfeldtherapie eingesetzt. Ab der Zeit, in der das Pferd wieder im heimatlichen Stall war, wurde nahezu täglich die Magnetfeldtherapie angewendet.
Die Wunde wurde außerdem mit einem Laser behandelt. Zum Einsatz kam ein Rotlicht - Softlaser (oder auch Low-Level-Laser).
Beide Maßnahmen fördern die Wundheilung als stark energiefordernden Prozess.
Der Heilungsverlauf der Wunde ist auf den Fotos gut zu erkennen.
Nach der Verbandabnahme wurde in Absprache mit dem Haustierarzt mit der Lymphdrainage begonnen. Allerdings wurde zunächst nur mit dem proximalen Gebiet - also oberhalb des Wundbereiches - gelympht.
Es wurde darauf geachtet immer mit der zentralen Vorbehandlung zu beginnen und die Griffe großflächig und sehr langsam auszuführen. Diese Art der Lymphdrainage wurde zunächst knappe 4 Wochen ca. 3 Mal pro Woche durchgeführt, wobei unmittelbar nach der Behandlung eine Besserung auftrat, die allerdings zunächst kein „Dauerzustand" blieb.
Nach ca. 4 Wochen, als die Wunde recht „stabil" erschien, wurde - in Absprache mit dem Haustierarzt - auch das Wundgebiet und der distale Bereich vorsichtig mit einbezogen. Es wurde vom Ödemrand zum gesunden Gewebe hin gelympht, wobei sich von Behandlung zu Behandlung näher in die Ödemmitte vorgetastet wurde. Die Behandlung erfolgte nun ca. 2-3 Mal pro Woche.
Die Besserung kam zwar langsam - sicher auch aufgrund der Größe des Ödems - aber dann dauerhaft.
Die Prophezeiungen der Tierärzte, dass das Pferd sicher zukünftig mit „angelaufenen Beinen" zu kämpfen hätte, erfüllten sich auf Grund der Lymphdrainage glücklicherweise nicht.
 Die Fotos belegen den Erfolg der Behandlung mittels manueller Lymphdrainage:
Da sich mittlerweile ein recht großer Teil der Wunde im Vernarbungsprozess befand, wurde ca. alle 3 Tage eine Narbenbehandlung durchgeführt. Diese führte zu einer weichen Konsistenz und Verschieblichkeit des Narbengewebes.
Als weitere durchgeführte physiotherapeutische Maßnahmen kamen klassische Massage, passive Bewegungsübungen, Propriozeptives Training, Isometrische Übungen und schließlich therapeutische Bodenarbeit zum Einsatz.
Der Zustand heute:
Mittlerweile wird das Pferd wieder geritten und weiter mit Longenarbeit aufgebaut. Muskulär stellt sich die Stute nahezu so dar wie vor dem Unfall.
Das Pferd zeigt wieder ein völlig physiologisches Gangbild - zu Beginn der Therapie neigte das Pferd dazu, mit der kranken Hintergliedmaße ein leicht „bügelndes" Gangbild zu zeigen.
Auch gibt das Pferd den linken Hinterhuf wieder problemlos - eine lange Zeit war es ihm kaum möglich. Wenn es dennoch versuchte die Gliedmaße zu heben, riss es das Bein ziemlich hoch in Luft und drohte dabei auf die andere Seite umzufallen.
Infos und Kontakt: Nora Schönfeld - www.tierphysio.org.
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